Joseph Deiss
«Wir Möwen sind überall zu Hause …», erklärt Möwe Timbo am Anfang der Geschichte.
Damit auch Menschen mit Behinderung sich überall in der Gesellschaft heimisch fühlen können, sind noch bestehende Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Um diese Ziel zu erreichen, braucht es erst einmal eine Umstellung in den Köpfen.
Menschen mit Behinderung brauchen
- nicht ausgrenzende Fürsorge, sondern uneingeschränkte Teilhabe
- nicht abwertendes Mitleid, sondern Gleichstellung
- nicht wohlmeinende Bevormundung, sondern das Recht auf Selbstbestimmung
Veränderte Einstellungen fördern alsdann soziale, rechtliche oder finanzielle Rahmenbedingungen. Voneinander lernen und einander lehren schafft gegenseitige Akzeptanz und Toleranz. Wenn wir unsere Kräfte und Qualitäten vereinen – wie Angelo, Timbo, die Vogelscheuche und der Delphin – schaffen wir vieles, was für jeden von uns im Alleingang nicht zu erreichen wäre. Dies gilt übrigens nicht nur in Bezug auf unser Verhältnis zu Menschen mit Behinderungen, sondern auch im Verhältnis unter Staaten.
Wir wollen gemeinsam versuchen, vermehrt einfühlendem Verständnis konkrete Taten folgen zu lassen. Dieses eindrucksvolle Kinderbuch ist ein anschauliches Beispiel dafür. Procap Grischun danke ich für das Engagement und die Initiative zur Herausgabe dieses feinfühligen Werkes. Möge uns das laufende Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen einander näher bringen. Zum Wohl von uns allen.
Joseph Deiss, a. Bundesrat

